Schwerpunkt Onlinehandel in der Lehrlingsausbildung

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Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein, was den Handel grundlegend verändert. Die Vorteile des Einkaufens in Online-Shops oder auf Online-Portalen wie www.ladenzeile.at überzeugen viele Konsumenten und Konsumentinnen und sorgen für Zukunftsängste bei Einzelunternehmen. Diese erkennen jedoch nach und nach die Notwendigkeit einer Online-Präsenz, was wiederum die Anforderungen an das Verkaufspersonal vollkommen verändert.

Aus diesem Grund gibt es seit Beginn des Jahres den Zusatzschwerpunkt „Digitaler Verkauf“ in der Einzelhandelskaufmannslehre. Dieser Ausbildungsversuch kann von den Unternehmen freiwillig durchgeführt werden und soll erst einmal fünf Jahre dauern, danach evaluiert und weiterentwickelt werden. Der Handelsverband Österreich fordert bereits seit Jahren eine eigene Lehre für digitalen Verkauf, da die Lehrlinge bisher nicht ausreichend auf eine digitale Zukunft vorbereitet wurden. Deutschland ist Österreich hier einige Jahre voraus.

 

Digitaler Schwerpunkt in der Lehrlingsausbildung

Das Lehrberufspaket 2017 des Wirtschaftsministeriums hat nun auf diese Notwendigkeit einer Änderung reagiert und legt einen Schwerpunkt auf Digitales. Neben dem Zusatz „Digitaler Verkauf“ bringt es sieben weitere neue oder modernisierte Berufsbilder. So ist ab 2018 die dreijährige Lehre zum E-Commerce-Kaufmann geplant. Der Schwerpunkt „Digitaler Verkauf“ wird bereits von rund hundert Unternehmen österreichweit mitgetragen.

Schwerpunktsetzung in der Zusatzausbildung und der neuen Lehre:

  • Online-Shop-Systeme
  • Online-Marketing
  • Datenanalyse und Datenschutz
  • Verzahnung von On-und Offlinehandel
  • Warenpräsentation online
  • Kundendialog via Chatbot und Messenger-Dienst
  • berufsbezogenes Englisch
  • Controlling im Online-Vertrieb
  • Stornomanagement
  • uvm.

 

Lehrlinge und Unternehmen profitieren

Jugendliche finden die digitale Welt meist ohnehin sehr ansprechend und das gesamte Berufsimage könnte von der neuen Ausbildungsmöglichkeit profitieren. Derzeit können viele Lehrstellen gar nicht besetzt werden, weil den Bewerbern und Bewerberinnen die nötigen Kenntnisse fehlen. Die Lehre im Einzelhandel war bisher oft nicht attraktiv genug und zu wenig zukunftsorientiert.

Das könnte sich nun ändern. Die neue spezifische Ausbildung für Online-Verkauf soll auch Leute ansprechen, die bisher den Weg einer weiterbildenden Schule bevorzugt haben. Immerhin wäre – laut einer Studie aus dem Jahr 2016 – eine E-Commerce-Lehre für Jugendliche und Eltern doppelt so attraktiv wie eine Einzelhandelslehre.

Alternativ zur Lehre gibt es beispielsweise auch einen Diplomlehrgang zum E-Commerce-Manager, den das Wifi seit 2014 anbietet. Teilnehmer und Teilnehmerinnen sind vorrangig Selbstständige oder Menschen, die im Einzelhandel tätig sind.

 

Onlinehandel als Rettung des Einzelhandels

Der Handel ist auf die Schaffung der notwendigen Strukturen durch Politik, Wirtschaft und Sozialpartner angewiesen, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken und konkurrenzfähig bleiben zu können.

Im Moment schließen sich noch nicht alle Großunternehmen der Euphorie um den Ausbildungsversuch an, was von Experten und Expertinnen kritisch betrachtet wird. Immerhin ist E-Commerce nicht mehr aus dem Arbeitsalltag von Onlinehändlern wegzudenken.

Klein- und Mittelbetriebe könnten vom Aufbau einer Onlinepräsenz stark profitieren, egal ob sie sich einen Onlineshop zulegen oder sich an andere Plattformen hängen. Ohne Grundkenntnisse im Bereich des Onlinehandels geht es im heutigen Geschäftsleben nicht mehr.

Diesem Umstand sollten sowohl die Unternehmen als auch die Lehrinhalte Rechnung tragen.

 

Photo by geralt on Pixaby

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